Einbindung in stationäre Maßnahmen

Jugendliche, die in einer unserer Wohngruppen leben, haben die Möglichkeit, an unseren tauchsportlichen Aktivitäten teilzunehmen. Die Palette reicht hier – je nach Interesse und Möglichkeiten – vom niedrigschwelligen Schnuppertauchen bis hin zu abgeschlossenen Tauchkursen und Aufbaukursen.

In der Regel ist der erste Zugang ein mehrstündiges Schnuppertauchen (Discover Scuba Diving nach PADI), um den Jugendlichen eine erfahrungsbasierte Entscheidungsgrundlage zu geben. Entscheiden sie sich für weitere Aktivitäten, wird in der Regel ein ordentlicher Tauchkurs anhand des modularen Ausbildungssystems unseres Tauchsportverbandes (PADI – Professional Association of Diving Instructors) absolviert.

Tauchkurse setzen sich aus Theorielektionen, Schwimmbadtraining und Freigewässertraining zusammen. Mit einem Kanon verschiedener Unterrichts- und Lernmethoden werden alle notwendigen Kenntnisse für das Gerätetauchen vermittelt. Dabei kann auch auf lernschwache Jugendliche individuell eingegangen werden. Im Schwimmbadtraining werden die erforderlichen Tauchfertigkeiten zunächst in einem beschützten Rahmen vermittelt und trainiert. Dabei werden vor allem Techniken vermittelt, die dem sicheren Tauchen dienen. Im Freigewässer werden die erlernten Fertigkeiten dann „im Ernstfall“ angewandt und trainiert.

Aus der Erfahrung der letzten Jahre zeigt sich immer wieder, dass tauchsportliche Aktivitäten bei vielen Jugendlichen gut geeignet sind, persönliche Fragestellungen „auf den Punkt zu bringen“ und im Optimalfall alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln (Umgang mit Stresssituationen und Angst, sich behaupten in schwierigen Situationen, Kooperationsstrategien als real erlebte Sicherheit in einer für uns lebensfeindlichen Umgebung etc.). Die pädagogische Mitarbeit des Tauchlehrers in der Wohngruppe bzw. die Teilnahme von ErzieherInnen aus den Wohngruppen an den tauchsportlichen Aktivitäten sichert den Transfer dieser Erfahrungen in den Alltag.

In der Regel beziehen wir Jugendliche aus den umliegenden Gemeinden in unsere Tauchaktivitäten mit ein. Dies baut Vorurteile gegenüber Jugendlichen im Heim ab und ermöglicht den von uns betreuten Jugendlichen neue Kontakte im sozialen Nahraum.

Die Durchführung einer Tauchreise im Herbst bildet dabei ein besonderes Highlight, das zurückliegende Anstrengungen „belohnt“ und eine besondere Herausforderung bzgl. der Tauchumgebung darstellt. In der Wahl des Reiseorts, der Reisezeit und der Unterbringung achten wir dabei darauf, dass das Angebot nicht passiv „konsumiert“ werden kann; Irland hat sich dabei als sehr geeignetes Ziel bewährt.