Warum Pädagogisches Tauchen?

Attraktivität:
Tauchen ist in der Regel für Jugendliche attraktiv und erzeugt damit zunächst eine hohe Anfangsmotivation, die es ermöglicht, in der Folge auch mit persönlich belasteten Fragestellungen (bspw. Ängste, Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen, Kommunikationsstörungen u.ä.) im Zusammenhang mit den Tauchaktivitäten umzugehen.

Neue Lernerfahrungen:
Tauchen ermöglicht neue Lern- und Bildungszugänge. In der Regel liegen bei den von uns betreuten Jugendlichen belastete Lern- und Bildungsbiographien vor. Im Rahmen der Theorieausbildung der jeweiligen Tauchausbildungen werden Ausschnitte von Physik, Chemie, Geographie, Biologie und Mathematik vermittelt. Im Gegensatz zu Schule erleben die Jugendlichen das Erlernen dieser Lerninhalte als notwendig, sinnvoll und spannend und sich selbst als leistungsfähig.

Erfolgsorientierung:
Tauchen ist leistungs- und erfolgsorientiert. Ohne Leistungsdruck ist das von uns angewandte modulare Ausbildungssystem von PADI so aufgebaut, dass in der Ausbildung nur dann fortgefahren werden kann, wenn definierte Leistungsanforderungen erfüllt sind. Dabei erhalten lernschwache Tauchschüler individuelle Unterstützung.

Struktur:
Tauchen verlangt Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit. Das Bewegen in einer für Menschen lebensfeindlichem Umfeld erfordert ein hohes Maß an Verbindlichkeit hinsichtlich der erlernten Verfahren und Standards. Das Einhalten klar definierter Regeln ist notwendig für sicheres Tauchen. Gelingt für die Jugendlichen ein Transfer in alltägliche Zusammenhänge, ist viel gewonnen.

Grundlegende Erlebnisse:
Tauchen führt an persönliche Fragestellungen und Grenzen heran und ermöglicht einen neuen Umgang damit. Tauchen berührt eine sehr existentielle Ebene und ist damit häufig ein "Durchlauferhitzer" für persönliche Ängste, Defizite und Fragestellungen. Gleichzeitig ist es Teil der Ausbildung bspw. mit Stress und Angst umzugehen.

Kooperation:
Tauchen ist soziale Interaktion mit klaren Regeln. Aus Sicherheitsgründen findet Tauchen immer in der Gruppe statt. Dabei spielen Vertrauen auf den Tauchpartner und die Einhaltung klar definierter Regeln und Kommunikationsformen eine zentrale Rolle.

Identifikation:
Tauchen verbindet. Jugendliche in Heimeinrichtungen identifizieren sich in der Regel zentral an der eigenen Gruppe und damit oft auch an defizitären, teilweise auch an kriminellen oder abweichenden Mustern. Die Zugehörigkeit zur Gruppe der Taucher bildet dazu ein Gegengewicht.