Warum Reittherapie?

Schon seit es Menschen gibt, haben sie Beziehungen zu Tieren. Im Laufe der Evolution haben sich Menschen zusammen mit anderen Lebewesen entwickelt. Das Pferd nimmt hierbei eine besondere Rolle ein, denn es war über Jahrtausende ein zuweilen existentieller Begleiter der Menschen.

Trotz der langen Domestizierungsphase des Pferdes hat es sich sein instinktgebundenes Verhalten erhalten. Die vielen spezifischen Pferdeeigenschaften besitzen deshalb eine hohe therapeutische Wirksamkeit:

• kongruente (nonverbale) Kommunikation und auch Interaktion (Pferde gehen klar und wertfrei auf Menschen zu)

• angeborener Fluchtinstinkt (Angst kann als natürliche Schutzreaktion akzeptiert werden)

• hochsensibles Wahrnehmungssystem des Fluchttieres Pferd (besondere Wachsamkeit und Beobachtungsfähigkeit in Bezug auf die Körpersignale des Menschen)

 

Pferde können in besonderer Weise das Bedürfnis der Menschen nach positiver Zuwendung befriedigen. Die Beziehung zum Pferd spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Die Reittherapeutin definiert sich als Vermittlerin in diesem Beziehungssystem.

Pferde können eine Ganzheitserfahrung bewirken, da sie beim Menschen alle Sinne ansprechen. Außerdem können Pferde die persönliche und soziale Entwicklung des Menschen fördern, indem sie durch ihre rückspiegelnde Funktion Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz und somit das Empfinden einer konkreten Ich-Identität fördern.

Pferde können einen wesentlichen Beitrag beim Wiederaufbau von Ur-Vertrauen leisten. Die dreidimensionale, rhythmische Pferdebewegung im Schritt ist der des Menschen sehr ähnlich und stimuliert den Menschen sowohl auf psychischer, als auch auf physischer Ebene. Das Element des Getragenwerdens führt zu einem positiven Bewegungsdialog zwischen Mensch und Pferd.